die familienwerkstatt
Mathias Voelchert GmbH
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Die 9. Intelligenz – die Intelligenz des Herzens – DVD


Die 9. Intelligenz – die Intelligenz des Herzens. An einer dänischen Schule in die Praxis umgesetzt. Produziert in Zusammenarbeit mit den Familientherapeuten Helle Jensen und Jesper Juul – Zusätz-liches Interview mit Jesper Juul


Die 9. Intelligenz ist die Eigenschaft, mit der man seine innere Natur entdeckt, ihr begegnet und sie wiedererkennt. Jesper Juul und Helle Jensen sprechen in dem Film darüber weshalb die 9. Intelligenz im 21. Jahrhundert gestärkt werden soll. Dabei steht die Entwicklung der Lebenskompetenz – als existenzielle Intelligenz – im Zentrum.
Die dänischen SchülerInnen und LehrerInnen sprechen von ihren Erfahrungen.

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NEUE DVD – 2 DVDs –

Gibt es unerreichbare Jugendliche – oder sind unsere Arme zu kurz


Aufzeichnung vom familylab-Symposium Oktober 2009. Mit Jesper Juul, Dr. Bernhard Bueb, Rupert Voß, Moderation Cordula Stratmann 2 DVDs


»Die Gesellschaft muss aufhören, sich vor der Jugend zu fürchten. Eltern sind vor allem in der Rolle des Sparring-Partners gefragt, der maximalen Widerstand bietet und minimalen Schaden anrichtet.«

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Das familylab-Symposium war ein Erfolg! 340 Menschen haben sich 2 Tage Gedanken gemacht, was sie selbst tun können um Jugendliche besser zu erreichen.


Hier finden Sie Impressionen, Texte und Interviews zum Symposium.

Stimmen zum Symposium:
»Der Aspekt des Paradigmenwechsels von: "Der Jugendliche ist selber schuld" zu: "Ich habe den Jugendlichen (bisher und mit meinen Mitteln) nicht erreichen können" gehört zu den bemerkenswertesten und nachhaltigsten Eindrücken des familylab-Symposiums.«

»Ich habe mich tief bestätigt gefühlt in meiner nun vergangenen Arbeit, in dem Wissen, dass ich alle Jugendlichen erreichen konnte, aber keine meiner Kollegen und Kolleginnen. Für mich war die Tagung auch dafür wichtig mit der pädagogischen Arbeit abschließen zu können.«


Impressionen.pdf

Gedanken einer Teilnehmerin.pdf


Radiointerviews

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DIE ZEIT
IDEEN FÜR DIE ZUKUNFT
Wer denkt für morgen?
Die neue ZEIT-Serie stellt zwölf Köpfe vor, deren Gedanken uns weiterführen. In Zeiten der Ungewissheit werden gute Ideen dringend gebraucht. Heute Jesper Juul.

»Der dänische Familienexperte Jesper Juul hilft Erwachsenen, das schwierigste Problem einfacher zu machen: Wie sie mit Kindern umgehen sollten.« von Wolfgang Uchatius Redakteur DIE ZEIT

Lesen Sie hier den ganzen Artikel als PDF
Damit uns Schule gut tut – familylab in der Schule
Erst wenn wir für unsere Lehrer besser sorgen, wird es unseren Schülern besser gehen. Lehrerweiterbildung ist die Zukunftstechnologie unserer Wissensgesellschaft

»Schule ist eine Ausleseinstitution. Sie fühlt sich nicht dafür verantwortlich, dass jeder die Inhalte versteht sondern, dass jedem die Inhalte präsentiert werden.« Prof. Dr. Wolfram Meyerhöfer, Prof. für Didaktik der Mathematik an der Universität Paderborn.

Eine Gesellschaft die so tut als brauche sie einen großen Teil ihrer jungen Menschen nicht, lähmt sich selbst und zieht ihre eigenen Zerstörer groß. Eine Gesellschaft die ihre Kinder in Schulen zwingt und mit Lehrplänen abfüllen will – die nicht einmal der Frage stand halten wozu sie dienen – erzeugt Ignoranz gegenüber Schule und gegenüber Lernen an sich. Dagegen steht die Erkenntnis: »Jeder wird gebraucht – wir dürfen keinen verlieren!« Dies zu ändern ist die Verantwortung von uns Erwachsenen.

»Gehorsam zerstört Menschen, er erzieht nicht. Gewalt und Bestrafung dürfen kein Mittel der Lehrer und Eltern sein, Kindern ihren Willen aufzuzwingen. Kinder resignieren dann nur. Erziehung funktioniert nur gemeinsam. Kinder lernen nicht durch Disziplinierung, sondern durch ehrliche Anerkennung (das ist kein Dauer-Lob).« Jesper Juul

Die Fragen zu Familie/Schule/Bildung sind immer auch die Fragen unserer Gesellschaft woher wir kommen, wo wir stehen und wo wir hinwollen. Im Beschreiben von gelingenden Beziehungen – und was wir tun können um unsere Beziehungen zu verbessern – liegt mehr Kraft zum Umdenken, als im wiederholten Anprangern manchmal hoffnungslos erscheinender Verhältnisse. Wenn wir gute Menschen »machen« wollen werden wir sie nicht bekommen, das ist eine der Krisen der Pädagogik. Lehrpläne die kein Denken auslösen sind nicht wert gewusst zu werden.



Schüler und Lehrer wollen sich wertvoll fühlen
 
»Kinder werden mit sozialen Kompetenzen geboren, und sie haben das Bedürfnis, Beziehungen zu anderen einzugehen, um sich entwickeln zu können. Das heißt auch, dass sie von Beginn an das Bedürfnis haben, sich in der Beziehung zu ihrem nächsten Erwachsenen wertvoll zu fühlen, und, dass die Verbindung in beide Richtungen verläuft: Nicht nur die Erwachsenen geben dem Kind etwas, auch das Kind gibt etwas zurück und wirkt auf die Beziehung ein, die von Beginn an eine Subjekt-Subjekt-Beziehung ist. Das Bedürfnis des Kindes, sich in der Beziehung zum nahen Erwachsenen wertvoll zu fühlen bedeutet, dass es kompetent mit jeder Form von erwachsenem Verhalten zusammenarbeitet, egal ob es für sein eigenes Leben konstruktiv oder destruktiv ist.«

Die Zusammenarbeit mit dem destruktiven erwachsenen Verhalten hat Konsequenzen für die Integrität des Kindes, weil es sich in diesen Situationen mehr anstrengen muss, als es alters- und entwicklungsbedingt verkraften kann. Wenn Kinder oder andere Menschen sich über ihre eigenen Kräfte hinaus anstrengen müssen, um sich in einer Beziehung wertvoll zu fühlen, folgt diesem „Überanstrengen“ immer ein Unbehagen und ein Ungleichgewicht, und dieses Unbehagen wird oft im Verhalten zum Ausdruck kommen. Viele Störungen des Verhaltens, der Konzentration und der Aufmerksamkeit haben somit ihre Wurzeln in den Beziehungen, in denen das Kind lebt. Natürlich sind die nahen Beziehungen zu den Eltern oder denjenigen, die die Eltern vertreten, am bedeutsamsten. Das ist unter Lehrern und Erziehern seit Langem allgemein anerkannt. Dagegen war es schwieriger zu akzeptieren, dass auch die kindliche Beziehung zum Lehrer und Erzieher von großer Bedeutung ist. Wenn Kinder z. B. zur Untersuchung an die PPR (pädagogisch-psychologische Beratungsstelle) überwiesen werden, liegt der Fokus im Großen und Ganzen immer auf dem Verhalten des Kindes und nicht auf der Beziehung zwischen Fachperson und Kind.« Auszug aus Helle & Elsebeth Jensen »Dialog mit Eltern – Gelungene Lehrer-Elterngespräche.


Lehrer in Ihrer Arbeit und persönlichen Kraft stärken
 
Lehrerinnen und Lehrer in Ihrer Arbeit und persönlichen Kraft zu stärken dazu bietet »familylab« hilfreiches an. Wir wollen nicht reklamieren und bemängeln sondern Alternativen aufzeigen und vermitteln. Denken in Alternativen statt in Gegensätzen nennen Jesper Juul und Helle Jensen diese Vorgehensweise.

Unsere Angebot richtet sich an Menschen in Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen, aller Art. Dabei bieten wir kein Konzept oder eine Methode an, sondern weisen darauf hin, dass die Verantwortung für die Qualität der Beziehung bei den Eltern / Lehrern / Erwachsenen / bei der Leitung liegt. Um diesen Prozess in Gang zu bringen bieten wir unterstützende Denkmodelle an!

Wir bieten Weiterbildungen mit Lehrerinnen und Lehrern an, Schwerpunkte sind:

» Kollegiale Reflexion
» Beziehungskompetenz
» Persönliche & professionelle Entwicklung
» Individuelle Begleitung und Coaching von Fachkräften in der Bildung
» Entwickeln einer neuen Schulkultur mit Schulleitungen und Lehrerteams
Rufen Sie an 089-21949971, oder schreiben Sie uns voelchert@familylab.de


Das wird Schule machen: Die neue »Ära der Verantwortlichkeit«
Heute meinen viele, was sie geworden sind, das seien sie nicht wegen, sondern trotz ihrer Schulen und Hochschulen.
 
„We learned more from a three minute record from Bob Dylan, than we ever learned in school“ (Bruce Springsteen, No Surrender, 1984)

Das wird Schule machen: Die neue »Ära der Verantwortlichkeit« bedeutet das Ende des Freund-Feind-Denkens. Unsere Schulen leisten nicht das was sie sollten. Vieles von dem wie wir heute noch Schule denken (und betreiben) tut Schulleitern, Lehrern, Eltern und Schülern nicht gut. Jetzt ist es Zeit das zu ändern. Wir fangen mit Lehrerinnen und Lehrern an die daran interessiert sind die Qualität zu ihren Kollegen und zu ihren Schülern zu verbessern. Dazu bieten wir Lehrer-Weiterbildung an. Diese Weiterbildungen beinhalten Themen wie »Beziehungskompetenz« und »Kollegiale Reflexion« aber auch für andere von Ihnen gewünschte, spezielle Themen können wir Seminare vorbereiten. Gerne machen wir Ihnen ein Angebot!

Deutsche Schulen werden sich von Auslese und Gleichschritt verabschieden, sie werden sich entschließen jeden Schüler in seinen Stärken individuell zu fördern, damit kein Kind zurück bleibt. Dafür gibt es keinen Masterplan, allerdings werden nicht mehr wie früher viele mitreden können und keiner zuständig sein. Die Schulleitungen werden gemeinsam mit Lehrerteams und zusammen mit Eltern und Schülern an einem Strang ziehen. Junge Menschen arbeiten in altersgemischten Gruppen. Mal mit, mal ohne Lehrer – weil diese Schüler das lernen wollen was sie sich vorher zum Ziel gesetzt haben. Die neue Schule praktiziert ein Lernen, das auf Selbstständigkeit, Individualität und Bestärkung setzt. Das ist keine Utopie. Diese Schulen gibt es weltweit, auch in Deutschland, mit besten Ergebnissen und mit der Freude am Lernen. Und es gibt ein Geheimnis warum diese Schulen so gut funktionieren: Es ist die positive Grundhaltung zu den Schülern. Wir werden Schulen schaffen, an der Schüler und Lehrer jeden Tag auf Neue die Erfahrung machen: Es ist gut, dass ich hier bin. Was ich tue ist sinnvoll und weil/obwohl es anstrengend ist, bin ich hinterher zufrieden. Dazu brauchen wir keine neuen Schulen mehr und nicht mehr Geld – zuerst brauchen wir ein anderes Denken! Und wir werden andere Wege gehen müssen wenn wir andere Ergebnisse wollen. Dazu wollen wir Lehrer, Schulleitungen, Lehrplangestalter ermutigen.


Die Würde des Schülers und die Würde des Lehrers ist unantastbar.
Lehrer zu sein ist ein helfender Beruf. Lehrer helfen den Kindern Kenntnisse zu erwerben und die Welt zu begreifen. Durch die individuelle Hilfe beim Lernen erweisen sie den Schülern besondere Achtsamkeit.
 
»Ich glaube, dass wir an einer Zeitenwende stehen, etwas wie eine zweite Aufklärung, wo es nicht mehr um die Gestaltung im Außen geht, sondern wo es darum geht uns selber zu verstehen. Uns selbst gegenseitig die Chance zu geben unsere Potentiale zu gestalten! Dazu bräuchten wir keine andere Schule! Dazu bräuchten wir eine andere Beziehungskultur.« Prof.Dr.Dr.Gerald Hüther

Jedes Kind ist anders: »Die motorische Aktivität im Alter zwischen 1 und 15 Jahren liegt (bei völlig 'gesunden' Kindern) bei 2000 Arm- + Beinbewegungen – pro Stunde! Der Wortschatz mit 5 Jahren liegt (bei völlig 'gesunden' Kindern) zwischen 1500 und 7000 Worten. Obwohl die o.g. tausendfach belegten Beobachtungen seit Jahren bekannt sind, setzt unsere Schulsystem auf Vereinheitlichung/Homogenisierung im Unterricht. Dabei ist völlig klar: »Wir kriegen die Vielfalt nicht weg! Je schneller wir das kapiert haben, desto besser für die Kinder«! Die Verschiedenheit liegt im Kind selbst! Die Vielfalt in den Kindern ist so groß, dass wir mit Normvorstellungen z.B. in der Schule nicht weiterkommen. Ein sprachbasiertes Schulsystem bevorzugt Mädchen. Das dreigliedrige Schulsystem ist ungerecht, weil es ungleiche Kinder auf ein nach Gleichheit strebendes System zwingt. Das ist reine Willkür und wird der Individualität/Vielfalt nicht gerecht. Das ist nur möglich wenn das Kind als Individuum gesehen und gefördert wird.« Prof. Dr. Remo Largo, auf dem II. Kongress der Schulerneuerer in Bregenz

»Schule darf sich nicht an der „Logik des Marktes“ orientieren. Die Entwicklung der jungen Menschen steht über dem Leistungsprinzip. Schule muss die Lebensprobleme der Jugendlichen so ernst nehmen wie deren Lernprobleme. Solch eine humane Schule ist die beste Leistungsschule. Unterricht ist nicht nur Stoffvermittlung, sondern eine helfende Beziehung von Lehrerinnen und Lehrern zu den Schülern.

Die Würde des Schülers und die Würde des Lehrers ist unantastbar. Kein Kind darf seelisch verletzt werden, seine Persönlichkeitsrechte müssen im Unterricht gewahrt werden. Jugendliche dürfen nicht durch Überforderung, Kränkung und Angst in eine hilflose Situation geraten, ebenso wenig Lehrerinnen und Lehrer. Schule ist immer noch ein Ort, an dem Demokratie kaum praktiziert wird. Eltern und Lehrer könnten durch Mitverantwortung für ein Schulklima der Zusammenarbeit eintreten. Schüler sind in der Lage, ihr Lernen mitzugestalten, das Lernen zu ihrer Sache zu machen.« Prof. Dr. Kurt Singer

»Das Beste, um das Selbstgefühl der Kinder zu stärken ist, sie bedingungslos zu lieben! Nicht weil sie schön, süß, gut erzogen oder tüchtig sind, sondern ganz einfach weil sie existieren.« Jesper Juul


Wir Erwachsenen tragen die Verantwortung für die Qualität der Beziehung
Die Beziehung zwischen Schülern und Lehrern entscheidet wie Lernen stattfindet.
Das Vertrauen in die Kinder lässt keine Kompromisse zu.
 
Wir Erwachsenen tragen die Verantwortung für die Qualität der Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen. Beziehungskompetenz ist lernbar. Bei familylab bieten wir dazu hilfreiche Erfahrung an. Es ist leicht wenn Sie es wollen. Nichts von dem was wir anbieten ist einem guten Pädagogen neu, mittlerweile wissen wir auch warum das funktioniert was gute Pädagogen tun und das nicht was schlechte tun.

Das Vertrauen in die Kinder lässt keine Kompromisse zu. Gibt es ein Recht des Kindes/Schülers auf den eigenen Tag? Vermitteln wir unseren Kindern, dass das Leben (und somit auch Unterricht) sich nicht einfach ereignet, sondern gestaltet werden kann? Kinder fragen sich: Habe ich mir diese Lernarbeit ausgesucht oder muss ich das machen? Je nach dem gehen sie erfreut oder wenig erfreut damit um. (Das geht nicht nur Schülern so) – Individuelles und zukunftsfähiges Lernen, wie geht das?

Das alte Modell, dass Lehrer Informationen absenden, Schüler diese verarbeiten und abspeichern, um sie dann wieder bei Prüfungen abzurufen ist nicht mehr genug. »Lernen wird hier als Instruktion, als Verarbeitung und Abspeicherung des angebotenen Wissens aufgefasst, und es gilt dann nur die hierbei beteiligten Mechanismen zu optimieren. Ich will demgegenüber zwei Behauptungen aufstellen die neuro- und kognitionswissenschaftlich gut belegt werden können: 1. Wissen kann nicht übertragen werden; es muss im Gehirn eines jeden Lernenden neu geschaffen werden. 2. Wissensaneignung beruht auf Rahmenbedingungen und wird durch Faktoren gesteuert, die unbewusst ablaufen und deshalb nur schwer beeinflussbar sind.« Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth

»Es wird selbstverständlich angenommen, dass das Kind in seinen Motiven in Übereinstimmung, und nicht im Gegensatz zur Gesellschaft steht. Was immer es tut, wird als Handlung eines von Geburt an ‚richtigen’ Geschöpfes anerkannt«. Jean Liedloff


Das Geheimnis für eine bessere Schule ist bekannt
 
»Schule, das sind in erster Linie Menschen. Sie ist keine Produktionsstätte, die - der Name sagt es - sich am Produkt ausrichtet. Ihre Arbeit besteht nicht im „Herstellen von ...“, sondern im „Anregen, Verhelfen, Ermutigen zu ...“. Sie ist ein Ort, an dem man den größten Teil seiner Kindheit Wichtiges lernend verbringt - möglichst so, dass man hinterher dem Leben gewachsen ist. Sie ist zwar das Ergebnis von Rationalisierung, Ökonomisierung, Normierung natürlicher Lernvorgänge, lässt sich aber nicht beliebig weiter rationalisieren, konzentrieren, regulieren, wenn sie die anerkannten Bedingungen hoher Leistung - die Rücksicht auf die Vielfalt der Potentiale, die Individualität des Lernens und die Selbstverantwortung des sich bildenden Menschen - einhalten will«. Hartmut von Hentig, 2003

Das Geheimnis für eine stärkende Schulentwicklung ist einfach: Lehrer fangen bei sich selbst mit der Schulveränderung an (vielleicht sogar unterstützt von Ihren Schulleitungen und Schulverwaltungen) dann werden wir andere Ergebnisse in den Klassen bekommen. Man könnte sagen, die Qualität einer Schule macht sich an der Art und Weise fest wie sie mit Schülern umgehen, die gegen die Regeln verstoßen.

»Wir brauchen Schulen, in denen Kinder und Jugendliche Kompetenzen zur Lebensführung erlangen und alle wichtigen Bildungserfahrungen machen, alle ihre Fähigkeiten und Begabungen entwickeln können und die dazu beitragen, dass junge Menschen zu lebenszuversichtlichen, verantwortlichen, politikfähigen Bürgerinnen und Bürgern unseres demokratischen Gemeinwesens heranwachsen. Im 21. Jahrhundert darf es nicht mehr nur um das bloße Vermitteln von Lehrstoff gehen. Kinder und Jugendliche müssen vielmehr in die Lage versetzt werden, selbständig Kompetenzen zu erlangen, Qualifikationen auszubauen, Bildung zu leben und zu erleben. Gefordert ist ein doppelter schulischer Perspektivwechsel - vom Lehren zum Lernen und vom Wissen zur Kompetenz«. Saarbrücker Appell für gelingende Schulen.

Rezepte? Die gibt es schon sagt Hans Grothe (Gründer von »Eltern«): »Gebt den Kindern was zu tun. Gebt den Kindern die Möglichkeit etwas können zu dürfen. Gebt ihnen die Möglichkeit zu Erfolgserlebnissen. Gebt ihnen die Möglichkeit, dass sie was sind und was fertig bringen«.

»Entgrenzungsschäden sind Krankheitssymptome unserer Erziehung. Wenn die Politik mehr Geld in Kindergärten, Schulen und in die Jugendarbeit investiert, um diese Schäden einzudämmen, wird das nur zu geringen Erfolgen führen, solange wir unser schadenerzeugendes Erziehungsdenken nicht repariert haben. Erziehen heißt nicht einfach wachsen lassen. Erziehung ist ein Prozess, der dem Kind Entgrenzungen und Begrenzungen in einem ausgewogenen Verhältnis erfahrbar macht und es erkennen lässt, dass seine existenzielle Mitte unauflöslich mit der Gemeinschaft verbunden ist, die es trägt und ihm Geborgenheit schenkt, es gleichzeitig aber auch als ganzen Menschen braucht mit all seinen Fähigkeiten, seiner Lebensfreude, seinem Lebensmut und seiner Verantwortlichkeit. Für die Politik bedeutet das: Will sie eine Gesellschaft, die erfolgreicher mit Freiheit und Entgrenzung umgeht, muss sie eine Bildungsoffensive in Gang setzen. Dieser wird aber eine Erziehungsoffensive vorausgehen müssen. Dazu wird es umso eher kommen, je bereitwilliger auch die Politiker zu ihrer persönlichen Mitte finden, die nicht in ihrer Partei oder bestimmten Machtstrategien liegen kann, sondern nur in ihnen selbst und in ihrer aufrichtigen Dialogbereitschaft mit den Menschen. Andernfalls wird alles bleiben, wie es ist: Die Politiker sprechen Teile des Menschen an und bekommen auch nur Teile von ihm als Antworten zurück – oder Schweigen.«
Von Rita Süssmuth: "Dennoch: Der Mensch geht vor. Für eine Umkehr in Politik und Gesellschaft", Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 2007, S. 70f

Neue Erkenntnisse und altes Wissen: Wenn wir uns wohl fühlen lernen wir gern.

In den letzten Jahren konnten die Neurowissenschaften nachweisen, dass sich unsere Gehirne besonders in Kindheit und Jugend in Abhängigkeit von ihren Nutzungsbedingungen strukturieren. Man spricht von der Neuroplastizität des Gehirns. Entsprechend dieser strukturbildenden Lernfähigkeit menschlicher Gehirne entwickelt sich unsere Persönlichkeit seit frühester Kindheit aus der Summe unserer positiven und negativen sensorischen Eindrücke und emotionalen und psychosozialen Erfahrungen. So ist auch die Fähigkeit zu Aggressionen angeboren, Gewalt wird jedoch erlernt.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für uns Eltern, Lehrer, Schüler? Können wir noch mit Schulen weitermachen in die ein Viertel der Schüler und Lehrer mit Angst und Unwohlsein geht? (Erhebung der Bundesregierung 2008)

"Wo kämen wir hin, wenn alle sagten: Wo kämen wir hin?" Und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin wir hinkämen, wenn wir gingen…" Kurt Marti, Schweizer Schriftsteller


Jugendliche bekommen die Botschaft aus der Welt der Erwachsenen:
»Ethisches Verhalten zahlt sich nicht aus.«

78 % der westdeutschen Jugendlichen (und 88 % der ostdeutschen) sind der Meinung, dass man in unserer Gesellschaft langfristig schlechter dasteht, wenn man andere nicht ausnützt, sondern sie fördert, hilfsbereit ist und Frieden stiftet. Jugendliche bekommen die Botschaft aus der Welt der Erwachsenen: »Ethisches Verhalten zahlt sich nicht aus.« (Warnfried Dettling: Die moralische Generation. In: Ulrich Beck (Hrsg.) »Kinder der Freiheit« S. 129, 1997)

»Man darf nicht nur dagegen sein, sondern muss etwas tun, und an der Zementmauer der Unmöglichkeit versuchen, kleine Möglichkeiten herauszuschlagen. Zerreist den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um euer Herz gelegt habt. Wenn jeder wartet, bis de randere anfängt, wird keiner anfangen.« Sophie Scholl


Die wunderbaren Buchstaben-Illustrationen sind von Birke Bärwinkel, Malerin in München.

TEENPOWER …geh' deinen Weg!


Der Workshop für Fachleute
TEENPOWER – geh' deinen Weg!
3-tägige Weiterbildung für Fachleute,
die mit Jugendlichen arbeiten
1. Kurs in Deutschland 13. - 15. Oktober 2010 in München
mehr zum Workshop

Das Buch für Jugendliche
mehr zum Buch

Pubertät – Wenn Erziehen nicht mehr geht


Gelassen durch stürmische Zeiten


Was kann Erziehung in der Pubertät noch erreichen? Jesper Juul: In der Pubertät fangen Eltern oft an mit einer Art Turboerziehung, um in letzter Minute noch alles richtig zu machen. Das kann nicht funktionieren. Jetzt kommt es auf die Beziehung an.
mehr dazu

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Unsere Buchempfehlung

DIALOG mit Eltern


Gelungene Lehrer– Elterngespräche

Dieses Buch ist für Lehrer, Schulleiter, Lehreraus-weiterbilder und für Eltern die in die Zukunft von Kindern und Jugendlichen investieren wollen.

Dieses Buch handelt vom Zusammenspiel von Eltern, Lehrern und Erziehern. Ein besonders wichtiges Gebiet, das großen Einfluss auf den Alltag von Kindern, Eltern und den professionellen Pädagogen hat. Gleichzeitig ein Gebiet das große Probleme beinhalten kann. Auf 180 gut leserlichen Seiten bekommen Pädagogen und Eltern Ideen und Inspiration wie sie in Zukunft fruchtbare, gelungene Dialoge führen können. Ein Gewinn auf allen Ebenen! Ein Buch für Lehrer und Eltern die Kinder mögen und noch nicht ganz zufrieden sind wie es läuft. Von Elsebeth Jensen und Helle Jensen

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Vom Gehorsam zur Verantwortung


Neue Impulse und ein richtungsweisendes Buch für alle Pädagogen, Erzieherinnen und Eltern


»Tagtägliche Konflikte, zermürbende Machtkämpfe mit schwierigen Kindern - für viele Lehrer und Eltern eine große pädagogische Herausforderung. Doch Ungehorsam und Disziplinlosigkeit haben vor allem eine Ursache: einen tief greifenden Beziehungskonflikt zwischen Erwachsenen und Kindern. Kinder wollen lernen, wollen kooperieren, wenn im respektvollen Umgang, ihre persönliche Integrität und Individualität anerkannt und gewahrt wird. – Jesper Juul und Helle Jensen zeigen, warum wir in Kindergarten, Schule und Elternhaus ein grundlegend neues Verständnis von Erziehung brauchen und wie dieses aussehen kann. Sie zeigen warum die Qualität der Beziehung zwischen Lehrern, Eltern und Kindern maßgeblich darüber entscheidet ob Erziehung und Schule gelingen.«

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Warum es nicht so schlimm ist, in der Schule schlecht zu sein


Schulschwierigkeiten gelassen meistern


Warum ich dieses Buch geschrieben habe? Weil ich es leid bin zuzusehen, wie kleine und große Menschen unglücklich werden – einzig und allein deshalb, weil es mit der Schule nicht so recht klappen will. Ich bin es leid, zuzusehen und gleichzeitig zu wissen, dass die Sache all diesen Kummer nicht wert ist.

Erst vor wenigen Tagen gab ich eine Probearbeit zurück. Einer der Schüler bekam von mir eine Fünf. Das tat mir Leid, aber der Junge hatte einfach so gut wie keine Punkte erzielt. Am Ende der Stunde weigerte er sich, das Klassenzimmer zu verlassen. Wie ein Häufchen Elend verharrte er auf seinem Platz. Erst forderte ich ihn etwas unwirsch auf, seine Sachen zusammenzupacken. Immerhin war es die letzte Stunde, ich wollte nach Hause. Als ich seine zitternden Hände sah, setzte ich mich neben ihn. »Ich hab so Angst. Ich krieg solchen Ärger zu Hause«, hörte ich ihn flüstern. In diesem Moment hätte ich die Probearbeit am liebsten durch den Reißwolf gejagt. Auch wenn der Junge – aus welchen Gründen auch immer – nichts gelernt hatte: Diese Angst, diese verzagte Stimmung eines Kindes stand in keinem Verhältnis zum Anlass.

Ein Satz, der mich in der Zeit der großen Krise ins Herz getroffen hat, kam ausgerechnet von einem Lehrer des Gymnasiums, an dem beide Söhne gerade zu zerschellen begannen: »Sehen Sie zu, dass Sie sich Ihr wunderbares Verhältnis zu Ihren Söhnen durch die blöde Schule nicht kaputt machen lassen!« Er war einer der ganz wenigen Lehrer, deren Rat in diese Richtung ging. Vom Rest der Lehrerschaft gab es anderes zu hören. Wenig Aufbauendes! Viel Deprimierendes! Von Heidemarie Brosche

»Die Autorin verleiht Tausenden von frustrierten Eltern eine klare und deutliche Stimme. Sie erinnert uns daran, dass Schule vor allem eins ist: ein Ort, an dem Menschen zusammenarbeiten. Dies ist ein überaus wertvolles buch mit einer wichtigen Botschaft, die hoffentlich auch viele Schulen und Lehrer inspirieren wird.« Jesper Juul

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